Prinzip

Was bei der Messung passiert

Eine Sonde wird mit einem Fixierring auf die Haut gesetzt und erwärmt die Messstelle auf 44 °C. Dadurch weiten sich die Kapillaren, und Sauerstoff diffundiert aus dem gut durchbluteten Gewebe durch die Haut zur Sonde. Diese bestimmt den Sauerstoffpartialdruck in mmHg.

Der tcpO2-Wert zeigt damit, wie gut das Gewebe an genau dieser Stelle mit Sauerstoff versorgt wird – eine Aussage, die Pulsoxymetrie oder Doppler allein nicht liefern. Gerade bei Diabetikern mit Mediasklerose, bei denen der Knöchel-Arm-Index oft nicht verwertbar ist, ist das ein entscheidender Vorteil.

Wie die optische Sonde misst →
tcpO2-Messung mit mehreren Sonden am Bein

Ablauf in 5 Schritten

Am Beispiel des PRÉCISE 8001.

  1. Gerät einschalten. Ein Vorheizen der optischen Sonde ist nicht nötig.
  2. Haut vorbereiten: Messstelle desinfizieren, entfetten und bei Bedarf enthaaren. Knochenvorsprünge, Narben, Ödeme und größere Gefäße meiden.
  3. Sonde anlegen: Sensorkopf mit Fixierring und einem Tropfen Kontaktflüssigkeit auf der Haut fixieren. Die Kabelposition lässt sich danach noch korrigieren.
  4. Messung starten: Die Haut wird zunächst auf 44 °C erwärmt.
  5. Wert ablesen: Nach ca. 8 Minuten steht der stabile Sauerstoffpartialdruck fest – das Gerät erkennt den Stabilwert automatisch.
Tipp: Eine zusätzliche Referenzmessung am Thorax (unterhalb des Schlüsselbeins) hilft, systemische Einflüsse wie eine eingeschränkte Lungenfunktion von einer lokalen Minderdurchblutung zu unterscheiden. Mit dem PRÉCISE 8008 laufen Referenz- und Extremitätenmessung gleichzeitig.

Typische Messpunkte

Die Sondenposition richtet sich nach Fragestellung und Wundlokalisation.

tcpO2-Messung: Sonde am Messpunkt Vorfuß
Vorfuß
tcpO2-Messung: Sonde am Messpunkt Fußrücken
Fußrücken
tcpO2-Messung: Sonde am Messpunkt Knöchel (Mapping)
Knöchel (Mapping)
tcpO2-Messung: Sonde am Messpunkt Wade
Wade
tcpO2-Messung: Sonde am Messpunkt Mehrere Messpunkte am Bein
Mehrere Messpunkte am Bein
tcpO2-Messung: Sonde am Messpunkt Finger / Hand
Finger / Hand

Wann wird gemessen?

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Chronische Wunden und Wundheilungsstörungen
  • Abschätzung von Amputationsrisiko und Amputationshöhe
  • Chronische Veneninsuffizienz
  • Therapie- und Verlaufskontrolle, z. B. nach Revaskularisation
  • Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) und O2-Provokation

Was bedeutet das Ergebnis?

Die Normwerte hängen von der Messstelle ab. Am Fußrücken liegen sie bei 40–50 mmHg. Ein tcpO2-Wert unter 30 mmHg am liegenden Patienten gilt als Grenzwert für eine kritische Ischämie, unter 10 mmHg ist die Heilungsprognose sehr schlecht.

Bleibt beim Wechsel der Beinposition ein Anstieg des tcpO2-Wertes aus, erhöht das die Sicherheit beim Erkennen einer kritischen Ischämie.

Normwerte im Detail →

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