Gewebeatmung verstehen: Was die Sauerstoffgabe im Gewebe bewirkt.
Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, eine Sauerstoffbehandlung würde vor allem die O2-Sättigung erhöhen. Das ist nicht der Fall – die Sättigung ist beim Gesunden ohnehin nahezu vollständig. Ziel der Sauerstoffbehandlung ist es, den Sauerstoffpartialdruck im Gewebe zu erhöhen. Dass dies gelingt, zeigen die beiden folgenden Grafiken.
Bei einem Luftsauerstoffanteil von 21 % beträgt der Sauerstoffpartialdruck der Atemluft ca. 160 mmHg. Entlang des Konzentrationsgefälles – Rachenraum, Lunge, Alveolen, Alveolarkapillare, arterielles und venöses Ende der Kapillaren – sinkt er im Gewebe auf ca. 41 mmHg. In die Zellen der ersten Reihe gelangen davon noch ca. 21,5 mmHg.
Bei einer Sauerstoffinhalation von 100 % beträgt der Sauerstoffpartialdruck der Atemluft ca. 744 mmHg. Entlang desselben Gefälles erreicht der pO2 im Gewebe ca. 157 mmHg. In die Zellen der ersten Reihe gelangen damit noch ca. 78,5 mmHg – mehr als das Dreifache.
Durch die Sauerstoffinhalation erhöht sich das Angebot an physikalisch gelöstem Sauerstoff im Gewebe um ein Vielfaches. Das kann die Wundheilung positiv beeinflussen.
Ausführliche Beschreibung von Durchführung und Bewertung als PDF.
Wir beraten Sie persönlich und stellen Ihnen die Geräte gern in Ihrer Klinik oder Praxis vor.